Zwei Millionen Überstunden: Rekordbelastung der bayerischen Polizei

20. Oktober 2016

Bilanz des SPD-Polizeitags: Mehr Personal dringend erforderlich - Entlastung von polizeifremden Aufgaben - Polizisten beklagen fehlenden Respekt

Die Überstundenbelastung der bayerischen Polizei hat ein Rekordniveau erreicht. Wie eine Anfrage (PDF, 2,23 MB) (PDF, 2,23 MB) von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher ergab, lag die Zahl der Überstunden zum 30. Juni 2016 bei 2.052.301, so hoch wie noch nie. Im Jahr 2013 waren es noch 1,35 Millionen Stunden gewesen.

Bei der Pressekonferenz zum SPD-Polizeitag im Bayerischen Landtag sagte Rinderspacher: "Die Polizei in Bayern leistet eine hervorragende Arbeit, aber sie ist chronisch unterbesetzt. Es fehlen 2472 Polizisten, neun Prozent der Stellen sind vakant. Das muss sich dringend ändern." Der Fraktionschef wies darauf hin, dass die SPD-Landtagsfraktion seit 2004 für mehr Personal bei der Polizei kämpft und aktuell für die Haushaltsberatungen eine Reihe von Anträge (PDF, 5,93 MB) gestellt hat.

Der SPD-Sicherheitspolitiker Prof. Dr. Peter Paul Gantzer lobte die vorbildliche Arbeitseinstellung der Polizistinnen und Polizisten, die mit höchstem persönlichen Einsatz für Sicherheit in Bayern sorgen: Zwei Drittel aller Straftaten werden aufgeklärt. Der Abgeordnete aus dem Münchner Umland plädierte für die Entlastung der Beamten von polizeifremden Aufgaben wie der Begleitung von Schwertransporten oder Gefangenentransporten. Weiter will Gantzer mehr Bürokräfte zur Entlastung der Polizisten einstellen.

Der Ehrenkommissar der bayerischen Polizei warb bei der Pressekonferenz zudem für mehr Respekt gegenüber den Beamten: Fast alle Polizistinnen und Polizisten haben in ihrem Dienst Erfahrungen mit Gewalt, Anrempeln, Beleidigung oder Anspucken gemacht. Im Rahmen des SPD-Polizeitags hatten am vergangenen Montag (17. Oktober) 39 der 42

Abgeordneten 44 bayerische Polizeidienststellen besucht.

PK-Vorlage Polizeitag (PDF, 1,00 MB)

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